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Matrin Timm (Leander Sukov)

Landtagskandidat im Stimmkreis Würzburg-Stadt / Listenplatz 618

Von Beruf bin ich Schriftsteller, ich bin Mitglied im deutschen PEN-Zentrum und im Verband deutscher Schriftsteller*innen, meine literarische Arbeit ist vorwiegend belletristisch, aber immer auch politisch. Ich bin aber auch im Bezirksvorstand des Fachbereiches 8 von ver.di.

Ich bin politisch aktiv seit meinem fünfzehnten Lebensjahr. Das hat vermutlich mein Großvater verursacht, der den Matrosenaufstand von 1918 mitgemacht hatte und im Zweiten Weltkrieg als Stellwerksleiter der Reichsbahn Sabotageaktionen gegen Truppentransporte durchgeführt hat. Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen. Meine Mutter war berufstätig und alleinerziehend. Ich weiß, was Pflegenotstand bedeuten kann. Meine Großmutter wurde früh bettlägerig und auch ich musste helfen, wenn es um Bettenbeziehen, Bettpfannen oder anderes ging. Damals, Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger sah es völlig mau aus mit der Pflege. Nicht mal eine Gemeindeschwester gab es in Hamburg Altona. Ich möchte diese Verhältnisse nicht noch einmal haben.

Ich bin nicht mit einem goldenen Löffel im Mund geboren. Ich stamme aus Hamburg-Altona und später aus Eimsbüttel in Hamburg. Da wohnen keine reichen Leute. Da schrammen die meisten an der Armutsgrenze entlang. Ich bin deshalb im höchsten Maße genervt, wenn mir irgendwelche Leute, die meistens aus ganz anderen Vierteln kommen, erzählen wollen, wir, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, würden die Probleme der kleinen Leute nicht verstehen. Da schieben die arschgepuderten Rassisten die Leute vor, die in der Tat in Not und oft in Elend leben. Aber die Helfer sind zum überwiegenden Teil Menschen, die nicht aus den sonnigen Vorstadtvierteln kommen, wie die, die ihnen die unsinnigen Vorwürfe machen.

Seit Anfang des Jahrhunderts, sozusagen seit dem Jahre Null, ist auch Null. Für die, die Hilfe dringend brauchen. Wir müssen allein in Bayern jedes Jahr 40.000 neue Wohnungen bauen. Wohnungen mit niedrigen Mieten, am besten in kommunaler Hand, mit einer dauerhaften Verpflichtung zu sozialen Mieten. Jedes Jahr 40.000 neue Sozialwohnugen, weil das über Jahrzehnte sträflich vernachlässigt worden ist.

Wir brauchen anständige Gehälter. Gute Arbeit – Guter Lohn, lautet die Losung des DGB.  Es kann doch nicht sein, dass im reichsten Land Europas Menschen zwei oder drei Jobs brauchen oder aufstocken müssen, um über die Runden zu kommen.

Wir müssen weg von Hartz IV. Es darf nicht sein, dass noch länger Bittsteller in den Behörden von unterbezahlten und angelernten Angestellten drangsaliert werden. Wie kann es sein, dass man jemandem noch das Existenzminimum kürzt, weil der sich nicht wie ein Maultier an die Kandarre nehmen lässt. Wir brauchen eine sanktionsfreie Mindestsicherung . Und die muss so hoch sein, dass man auch am Leben teilnehmen kann.

Im reichsten Bundesland sind Leute auf die Tafel angewiesen. Ja wo leben wir denn? Das muss ein Ende haben.

Und wir müssen Demokratie schon in den Schulen und Hochschulen erlebbar machen. Deshalb brauchen wir Schülervertretungen und Studierendenvertretungen mit paritätischem Einfluss in die Verwaltung hinein und mit einem politischen Mandat.

Dafür will ich mich, auch wegen meiner Lebenserfahrung, einsetzen.

Kontakt: martin.timm(a)die-linke-bayern.de